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Zahl der Woche

Zahl der Woche: 67 Prozent

In 67 Prozent der deutschen Städte und Landkreise ist das Wohnen zur Miete preiswerter geworden.

Im Gegensatz zur weit verbreiteten These, dass Wohnen zur Miete immer teurer wird, kommt das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) zu einem anderen Ergebnis: Eine aktuelle Studie belegt, dass in rund zwei Drittel der 401 untersuchten deutschen Städte und Kreise das Wohnen zur Miete preiswerter geworden ist. Der Grund dafür liegt in der guten Lohnentwicklung in Deutschland. Denn während die Nettokaltmieten zwischen 2014 und 2018 im Bundesdurchschnitt um 8,5 Prozent stiegen, konnten sich die Vollzeit-Beschäftigten im gleichen Zeitraum über ein Plus von 9,4 Prozent bei ihrem Bruttolohn freuen. In der Gesamtbetrachtung müssen die Beschäftigten im Durchschnitt damit weniger von ihrem Gehalt fürs Wohnen ausgeben.

Im Osten Deutschlands ist das Wohnen erschwinglicher

Da in den neuen Bundesländern die Bruttolöhne im genannten Zeitraum sogar stärker gestiegen sind und die Mietentwicklung weniger dynamisch als in weiten Teilen Westdeutschlands ist, hat sich die Erschwinglichkeit hier sogar noch besser entwickelt: In Jena etwa liegt die Wachstumsdifferenz zwischen Bruttolohn und Nettokaltmiete bei über 11,7 Prozent, im Landkreis Leipzig bei fast 13 Prozent.

Auch in Hamburg ist die Tendenz positiv: In der Hansestadt stiegen die Mieten zwischen 2014 und 2018 um 3,3 Prozent, die Löhne dagegen um 8,7 Prozent. Dass die Mieten so moderat gestiegen sind, liegt vor allem daran, dass durch eine Wohnungsbauoffensive genug neuer Wohnraum geschaffen wurde und Angebot und Nachfrage sich eher die Balance halten.

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Das kann man für Berlin und München nicht behaupten. In beiden Städten hinkt der Neubau der Nachfrage hinterher. Hier zahlen die Menschen in der Neuvermietung immer höhere Mieten, die Lohnentwicklung kann das nicht abfedern. Umso entscheidender ist es, dass künftig mehr neugebaut wird, wo ein akuter Mangel besteht.

Auch wenn laut IW Consult bundesweit keine allgemeine Wohnungsnot zu befürchten ist, drohen insbesondere Haushalte, die nicht von Gehaltszuwächsen profitieren, von den stark gestiegenen Mieten abgehängt zu werden. Sie können sich Mietwohnungen in den Ballungsgebieten und Innenstädten dann kaum noch leisten.

Die Ergebnisse der Studie sind in der interaktiven Grafik oder auf der Seite des Instituts der Deutschen Wirtschaft ersichtlich: https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/beitrag/michael-voigtlaender-pekka-sagner-wo-mieten-guenstiger-geworden-ist.html.

Bildquelle: IW Köln