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Gastkommentar

Mehr Mut zur Digitalisierung und modularem Wohnungsbau

Digitalisierung und Modularer Wohnungsbau verändern die Bauindustrie.

Die Digitalisierung der Welt schreitet unaufhaltsam in exponentieller Geschwindigkeit voran. Dies verändert nicht nur unser gesamtes Leben, sondern auch den Wohnungsbaumarkt. 

Building Information Management

Die BAUINDUSTRIE stellt sich der digitalen Transformation mit der Anwendung von Building Information Modeling (BIM). BIM bezeichnet eine kooperative Arbeitsmethodik, mit der auf der Grundlage digitaler Modelle eines Bauwerks die für seinen Lebenszyklus relevanten Informationen und Daten konsistent erfasst, verwaltet und in einer transparenten Kommunikation zwischen den Beteiligten ausgetauscht oder für die weitere Bearbeitung übergeben werden.

Es gibt heute keine Bauunternehmen, die sich nicht dem Thema BIM stellen oder stellen müssen.

BIM ist wohl der Aspekt der Digitalisierung, der die Arbeitswelten der gesamten Wertschöpfungskette Bau am stärksten verändert. Planer, Subunternehmer, Zulieferer, Maschinenhersteller – kurzum die gesamte Branche ist einem revolutionären Veränderungsprozess unterworfen.

Allerdings agieren die öffentlichen Auftraggeber hinsichtlich der Einführung von BIM noch sehr zurückhaltend. Sie stellen sich dieser Transformation noch nicht mit dem notwendigen Nachdruck. Dabei liegen die Vorteile klar auf der Hand. Durch die zunehmende Einbindung von BIM wird die Baubranche Ordnung in ihre Prozesse bringen.

Mittelfristig werden hierdurch deutliche Verbesserungen bei Qualität, Effizienz und im Umgang mit den knappen Ressourcen zu verzeichnen sein. Auch werden durch die Digitalisierung die Arbeitsplätze der Branche noch attraktiver. Ganze Berufsbilder werden sich verändern.

Das Ziel der Bunderegierung zügig umsetzen: Lösung modulares Bauen

Die Bundesregierung hat ein sehr ambitioniertes Ziel formuliert: Sie möchte innerhalb von fünf Jahren 1,5 Mio. neue Wohnungen in Deutschland bauen. Ich halte dies für den richtigen Weg, um dem enorm steigenden Bedarf an Wohnungen, vor allem in den Großstädten, zu begegnen. Die BAUINDUSTRIE stellt sich den Herausforderungen des Wohnungsbaubooms durch die Schaffung von zusätzlichen Kapazitäten im Bereich des seriellen, modularen Bauens, also des Bauens mit hohen Wiederholungsgraden.

Die Vorfertigung von ganzen Modulen im Geschosswohnungsbau ist vor diesem Hintergrund völlig neu entwickelt worden. Bedauerlicherweise werden diese Module trotz der offensichtlichen Vorteile – sehr kurze Bauzeiten und dadurch geringere Belastung der Umwelt und der Anlieger – zu wenig eingesetzt.

Die strikte Trennung von Planen und Bauen gehört im Wohnungsbau inzwischen immer häufiger der Vergangenheit an. Bei erfolgreichen Wohnungsbauprojekten wird die Baukompetenz sehr frühzeitig in den Planungsprozess eingebunden. Die privaten Auftraggeber haben lange erkannt, dass sich dadurch Großprojekte innerhalb der vereinbarten Bauzeit und im geplanten Budget sehr zufriedenstellend für alle Beteiligten abwickeln lassen.

Auch hier steht die öffentliche Hand noch weit hinter ihren Möglichkeiten.

Mehr Bauen statt streiten!

Partnerschaftliches Bauen hat sich im Wohnungsbau zur Kernkompetenz der BAUINDUSTRIE entwickelt. Eine Zusammenarbeit der Projektteams – mit Auftraggeber, Planer und Unternehmer – auf Augenhöhe führt zu einem Prozess, der alle Erwartungen erfüllt. Gegenseitige Achtung der Projektpartner untereinander führt zu sehr erfolgreichen Projekten mit hoher Qualität.

Die Aufmerksamkeit liegt bei dieser Art der Projektabwicklung nicht in der Auseinandersetzung und Positionswahrung der Vertragspartner untereinander, sondern in der gemeinsamen Entwicklung eines guten Projektes verbunden mit einer gemeinschaftlichen Zielerreichung. Ein Konflikt wird im partnerschaftlichen Bauen als Chance verstanden, eine Veränderung herbeizuführen und im Dialog zu bleiben. Somit wird der Konflikt zur Gesamtverantwortung aller Projektpartner, aus dem sich völlig neue Lösungsansätze ergeben.

Fazit: Modulares Bauen für die Zukunft

Die zunehmende Digitalisierung und das damit einhergehende Managen von unzähligen Informationen, gelingt kurzfristig nur in gut kommunizierenden Teams. BIM fördert die partnerschaftliche Zusammenarbeit maßgeblich. Ohne den partnerschaftlichen Teamgedanken zu leben, wird BIM deutlich hinter den Möglichkeiten zurückbleiben. Lassen Sie uns dafür kämpfen, dass Behinderungs- und Verzugsanzeigen ebenso wie Bedenkenanmeldungen durch gut strukturierte Partnerschaftsmodelle künftig der Vergangenheit angehören.