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Deutsche Großstädte im Vergleich

Städteranking 2020: Wo lässt es sich am besten arbeiten, investieren und leben?

"Unsere gemeinsame Datenanalyse mit dem Institut der deutschen Wirtschaft und der WirtschaftsWoche zeigt, dass vor allem die Autostädte im neu entwickelten Nachhaltigkeitsranking gut abschneiden. München verteidigt zum achten Mal den ersten Platz im Niveauranking und zeigt einmal mehr die gute Standortqualität der Stadt. Heilbronn und Kiel haben sich erfreulich entwickelt und die größten Sprünge nach vorne gemacht“, kommentiert Ralf Weitz, Geschäftsführer von ImmobilienScout24. Kaiserslautern ist neu dabei und steigt im Nachhaltigkeitsindex gleich in die Top 15 aller Großstädte ein.  

Doch wo stehen die deutschen Großstädte in puncto Nachhaltigkeit, Wirtschaftskraft und Standortqualität?

Nachhaltigkeitsranking: Regensburg macht das Rennen

Im neu entwickelten Nachhaltigkeitsindex hat Regensburg sogleich die Spitzenposition erobert. Es folgen die Städte Ingolstadt und Heidelberg. Mit Wolfsburg auf Rang 4 und München auf Rang 6 landen zwei weitere Autostädte in den Top 6.

Während sich Regensburg, Heilbronn und Ingolstadt im Teilindex „Ökologie“ an die Spitze setzen, punktet Heidelberg insbesondere im Teilbereich Ökonomie (Platz 1). Doch auch im Bereich Soziales können Ingolstadt (Platz 2) und Regensburg (Platz 5) überzeugen. Gewinner in diesem Teilbereich ist München. Die südlich gelegenen Städte Erlangen und Würzburg erreichen die Plätze 3 und 4.

Wolfsburg mit Sitz von Volkswagen erreicht Rang 4 im Teilbereich Ökonomie. Die Stadt überzeugt ebenfalls im Teilbereich Ökologie mit einem hohen Anteil  an neu fertiggestellten Wohngebäuden, die mit nachhaltigen Energieträgern beheizt werden (knapp 82 Prozent). Besser sind nur Mannheim, Trier und Ulm.

Ingolstadt glänzt mit Solarleistung

Der beste Indikator der Autostadt Ingolstadt ist die installierte Solarleistung pro Kopf. Hier setzt sich Ingolstadt gegen alle anderen Großstädte durch. Doch auch Elektrotankstellen sind in Ingolstadt mit 5,9 Ladepunkten je 10.000 Einwohnern weit verbreitet (Rang 9). Die beste Versorgung mit Elektrotankstellen gibt es in Regensburg mit 13,1 Ladepunkten je 10.000 Einwohner.  

Niveauranking: München ist Platzhirsch

München führt das Niveauranking an und das zum achten Ma in Folge. Doch die Wiesn-Stadt gewinnt auch alle Teilindizes: Immobilienmarkt“, Lebensqualität, Arbeitsmarkt“ und „Wirtschaft. Ingolstadt springt im Niveauranking von Platz vier auf den zweiten Platz. Die Universitätsstädte Stuttgart und Erlangen landen auf dem dritten und vierten Platz.

Stärkste Aufsteiger im diesjährigen Niveauranking sind Heilbronn und Krefeld

Heilbronn hat 14 Ränge gegenüber dem Vorjahr gut gemacht und landet damit auf Platz 12. Krefeld verbessert sich um 8 Plätze, bleibt mit Rang 55 allerdings im unteren Tabellendrittel. Am deutlichsten rutschen Magdeburg und Fürth nach unten.

Die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts verliert 9 Ränge gegenüber dem Vorjahr und liegt auf Rang 61. Fürth rutscht um 8 Plätze ab und landet mit Rang 23 im oberen Mittelfeld. Am unteren Ende der Tabelle liegen Bremerhaven auf Rang 70, sowie die Ruhrgebietsstädte Herne auf Platz 69 und Gelsenkirchen auf Rang 71. Kaiserslautern landet als Newcomer im Großstadtvergleich gleich auf Rang 50. 

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Dynamikranking: Kiel, Köln und Oberhausen machen den größten Sprung nach vorne

Im Dynamikranking hat München seine Spitzenposition aus dem Jahr 2018 zurückerobert. Vorjahressieger Berlin rutscht wieder auf Platz 2. Unter den Top Ten hat sich vor allem Lübeck stark verbessert und macht im Vergleich zum Vorjahr einen Sprung von 10 Plätzen nach oben auf Rang 6. Doch auch Kiel, Oberhausen und Köln zählen zu den Aufsteigern im Ranking. Die Hansestadt Kiel springt 17 Plätze nach oben auf Platz 17 und zählt damit zu den dynamischsten Städten. Köln und Oberhausen machen 13 Plätze gut und liegen auf Platz 14 und 55 

Verlierer im Dynamikranking

Größter Verlierer im Dynamikranking ist Fürth, die Stadt rutscht um 24 Plätze nach unten auf Platz 27. Doch auch Wuppertal büßt 19 Plätze ein und landet nur noch auf Rang 49. Trier verliert ebenfalls 19 Ränge und landet dieses Jahr auf dem vorletzten Platz. Salzgitter bildet im Dynamikranking das Schlusslicht. 

Metropolenvergleich – München dominiert das Städteranking

Der Vergleich der Metropolen zeigt, dass im Niveauranking nur Berlin und Köln deutlich abfallen. Während die restlichen Metropolen in allen Teilbereichen überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen, zeigen Köln und Berlin insbesondere im Bereich Arbeitsmarkt Defizite. Die Reihenfolge der Metropolen innerhalb des Niveaurankings ist unverändert. Köln konnte jedoch am meisten Plätze gut machen (+2). Berlin hat zwei und Düsseldorf einen Platz verloren. Die restlichen Metropolen haben ihren Platz gehalten.  

Immobilien erfreuen sich in der Hauptstadt einer enormen Attraktivität und Mietwohnungen sind im Vergleich zu München, Stuttgart und Frankfurt am Main noch günstig. So ist es nicht verwunderlich, dass der Immobilienmarkt und die Lebensqualität die zwei besten Teilbereiche für Berlin sind”, erläutert Ralf Weitz weiter. Berlin ist nicht etwa Gründungshauptstadt in Deutschland, sondern Frankfurt am Main. Auf 10.000 Erwerbsfähige kommen in der Finanzmetropole 65 Gründungen. München und Düsseldorf liegen auf Platz 2 und 3. Berlin liegt bei den Unternehmensgründungen nur auf dem fünften Platz nach Hamburg.  

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Unterschiedliche Ränge für die Metropolstädte im Nachhaltigkeitsindex

Während die zwei südlichen Top-Performer München und Stuttgart auch im Nachhaltigkeitsindex mit den Rängen 6 und 10 in der Spitzengruppe vertreten sind, landen Hamburg (Platz 18), Düsseldorf (Platz 24), Frankfurt (Platz 27) und Köln (Platz 37) im Mittelfeld. On punkto Nachhaltigkeit reicht es für Berlin nur für den Platz 59. Im Teilindex Ökologie können die Metropolen keine Top-Platzierung verzeichnen. Beste Metropole ist hier München auf Rang 18. Dafür landet die Bayern-Metropole auf Platz 1 im Teilbereich “Soziales”. Stuttgart nimmt mit Rang 2 den besten Platz im Teilbereich Ökonomie” unter den Metropolen ein. 

Kaiserslautern ist ganz neu dabei und belegt gleich gute Plätze

Kaiserslautern ist neu im Großstadtvergleich und macht vor allem im Nachhaltigkeitsindex mit Platz 13 auf sich aufmerksam. In den Teilbereichen Ökologie und Ökonomie landet der Newcomer sogar auf Platz 7 und Platz 13. Kaiserslautern punktet vor allem mit Forschungsstärke. Im Niveauranking schneidet die Stadt mit Rang 50 noch unterdurchschnittlich ab, aber Rang 21 in der Dynamik deutet auf eine gute zukünftige Entwicklung hin. 

Immobilienmarkt - Wo stiegen die Mieten am stärksten?

Wie auch im letzten Jahr zogen die Mietpreise am stärksten in Berlin an.  In den vergangenen fünf Jahren stiegen sie in der Hauptstadt um 34,2  Prozent. Dabei ist die Attraktivität für Mietwohnungen anhand der täglichen Gesuche je Objekt in der Hauptstadt besonders hoch (Platz 1). Weiterhin sind Mietwohnungen in Hamburg und Köln besonders beliebt. In diesen Städten gibt es den stärksten Wettbewerb von Mietinteressierten um die Wohnungen. 

In den süddeutschen Städten Heilbronn und Stuttgart stiegen die Mietpreise mit über 30 Prozent auch in den letzten fünf Jahren stark an (+ 32 Prozent in Heilbronn, + 30,1 Prozent in Stuttgart).

https://compass.pressekompass.net/compasses/scout24/gibt-es-noch-bezahlbaren-wohnraum-in-der-HdYkhF

Wo sind Eigentumswohnungen am teuersten?

Von 2015 bis 2020 stiegen die Kaufpreise am stärksten in Leipzig mit 85,3 Prozent, vor Augsburg mit 82,4 Prozent und Berlin mit 78,7 Prozent. Am teuersten ist eine Eigentumswohnung in München: durchschnittlich 7.155 Euro pro Quadratmeter Angebotspreis. Frankfurt am Main folgt mit durchschnittlich 5.056 Euro pro Quadratmeter und Stuttgart mit 4.926 Euro pro Quadratmeter.  

In Leipzig und Augsburg ist die Gefahr für eine Immobilienblase am höchsten

Hohe Kaufpreise bergen immer die Gefahr einer Blasenbildung, wenn sie stärker steigen als die Mietpreise. Mit 61,3 Prozent ist die Differenz der Kaufpreisentwicklung in Bezug auf die Mietpreisentwicklung in Leipzig am höchsten. Augsburg folgt mit 54 Prozent.

Am geringsten ist die Gefahr einer Blasenbildung in Hagen und Gelsenkirchen.

Für Berlin liegt der Wert bei 44,6 Prozent. In den übrigen Metropolen ist der Unterschied der Kaufpreisentwicklung in Bezug auf die Mietpreisentwicklung geringer: Frankfurt am Main zeigt einen Wert von 43,8, Köln von 40,0, Düsseldorf von 37,3, Stuttgart von 31,6 und München von 23 Prozent. 

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat im Auftrag von WirtschaftsWoche und ImmoScout24 den jährlichen Großstadtvergleich aller deutschen Städte mit über 100.000 Einwohnern erhoben. Es setzt sich aus drei Teilbereichen zusammen: Das Niveauranking vergleicht die Ist-Werte von 51 Einzelindikatoren, also die aktuelle Situation. Das Dynamikranking analysiert die Veränderung von 36 Indikatoren in einem Zeitraum von fünf Jahren. Zusätzlich wurde dieses Jahr erstmalig ein Nachhaltigkeitsindex erhoben, der sich an die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung anlehnt. Er beinhaltet die Analyse ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit aller untersuchten Städte und umfasst 15 Einzel-Indikatoren.